Solche und solche PLM Strategien

In der RAAD PLM Studie 2010 gaben gut über die Hälfte (56 Prozent) der Unternehmen an, über eine PLM Strategie zu verfügen. Ich war in meiner Bewertung damals in diesem Blog etwas pikiert, denn diese Zahlen widersprechen Allem, was wir aus den meisten PLM Projekten kennen: Das Thema wird wichtiger, hat aber beim Management immer noch nicht den Stellenwert eines Top-Themas erreicht. Die neue RAAD Studie unter dem Thema  „PLM-Markt 2012: Integrierte Lösungen vs. offene Systeme“ hat nun die gleiche Frage gestellt, sie aber ergänzt: „Existiert in ihrem Unternehmen eine ausformulierte, mit dem Management abgestimmte (sic!) PLM-Strategie? „. Das Ergebnis fiel diesmal deutlich anders aus. Insgesamt geben zwei Drittel der befragten großen Fertigungsunternehmen an, nicht über eine mit dem Management abgestimmte Strategie zu verfügen. Selbst jedes zweite Unternehmen mit PDM-Einsatz hat noch keine solche Strategie.

Meine Meinung: Es macht einen großen Unterschied, ob es sich um eine Strategie nur von Vordenkern und Vorkämpfern handelt, oder ob auch das Management voll und ganz dahinter steht. Der erste Fall gleicht dem Bohren dicker Bretter, bei dem auch noch der Bohrer zu kurz ist; und zwar unter anderem deshalb, weil die Ansprüche immer weiter zunehmen. Insbesondere die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit und die Kollaboration der unterschiedlichen Fachdisziplinen im Sinne des Systems Engineering erfordern weitreichende organisatorische und „kulturelle“ Veränderungen. Ohne das Management als Bannerträger wird das nix. Manager: an die PLM-Front!

Über Roland Drewinski

Director Marketing, CONTACT Software. Besondere PLM-Interessen: Usability und glückliche Anwender.
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2 Antworten zu Solche und solche PLM Strategien

  1. Andreas R. Barth schreibt:

    Aus meiner Erfahrung heraus ist es manchmal erforderlich, dass eine Lösung für PLM aus einer „Unternehmenszelle“ heraus wächst, nämlich dann, wenn es gilt, Widerstände in Bereichen, die bisher eigenständig waren, zu überwinden und den Ingenieuren den neuen, unternehmensweiten Nutzen der Kollaboration gegenüber dem aufgabenorientierten Lösungsvorgehen mit abteilungsorientiertem Kostendenken näher zu bringen. Hier sind die Vordenker und Vorkämpfer, wie Sie sie sehr passend bezeichnen, in der tragenden Rolle. Hier können auch die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben. Natürlich ist es dann, wenn auch später, erforderlich, die Managementunterstützung zu bekommen, um einen bereichsübergreifenden PLM-Ansatz zu implementieren. Das kann nur mit dieser Unterstützung zum Erfolg führen.
    Das Management lässt sich leichter überzeugen, wenn diese bereichsbezogenen Lösungen bereits Erfolge zeigen und von den Anwendern akzeptiert werden – quasi Überzeugungsarbeit über die Basis.
    Erlauben Sie mir die These: Stärkt die Vordenker!

  2. Roland Drewinski schreibt:

    Hallo Herr Barth, Sie haben Recht, die wichtige Rolle des Managements ist das eine und die der Pionierarbeiter, die zeigen, wie es gehen kann und Vorbildfunktion haben, die andere. Viele gute Projekte sind deshalb überhaupt erst möglich geworden.

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