Was bringt SOA wirklich für PLM?

Seit es Produktdaten-Management-Systeme gibt, und das sind inzwischen auch schon ein paar Jährchen, schlagen sich Systemhersteller und Anwender mit Integrationsproblemen herum. Am Anfang ging es vor allem um die Anbindung von CAD-Systemen und anderen Daten erzeugenden Anwendungen, mittlerweile rückt immer mehr die Kommunikation zwischen verschiedenen PDM-Systemen oder zwischen PDM/PLM-, ERP- und anderen Enterprise-Anwendungen in den Blickpunkt.

Problematisch ist aus Sicht der Hersteller zum einen die schiere Zahl der erforderlichen Integrationen, die ja auch gepflegt und bei Updates aktualisiert werden müssen, zum anderen die Blockadepolitik mancher Mitbewerber. Sie stellen ihnen nicht alle Informationen zur Verfügung, die sie für eine gute Integration benötigen, oder sie tun es nur auf dem Umweg über ihre eigenen PDM-Systeme. Wohin diese Abschottung führen kann, macht Daimlers Abkehr auf Raten von Dassault Systèmes deutlich.

Angesichts dieser zum Teil eher politisch motivierten Integrationshürden stelle ich mir die Frage, welchen Beitrag die viel beschworene Service Orientierte Architektur (SOA) zur Verbesserung der Integrationsfähigkeit der PLM-Lösungen leisten kann? Die Vision klingt absolut verlockend: Ein einheitliches Datenmodell und eine gemeinsame Datenbank für alle Funktionsmodule einer PLM-Umgebung, die eigentlich keine Daten mehr auszutauschen brauchen, sondern über einheitliche Services auf die Informationen und Funktionen der anderen Module zugreifen. Einfacher zu implementieren, zu aktualisieren und zu erweitern.
Zweifellos erleichtert eine solche Einheitsarchitektur den großen PLM-Herstellern, die in den letzten Jahren eine Vielzahl von Anwendungen zusammengekauft haben, die Integrationen ihres Produkt-Bauchladens. Aber davon hat der Anwender, von der einfacheren Systemadministration vielleicht mal abgesehen, noch keinen großen Zusatznutzen. Den hat er erst, wenn SOA wirklich zu einer Art Standard für die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Systemwelten wird. Das kann aber nur funktionieren, wenn die einmal definierten Services wirklich ohne Anpassungsaufwand Informationen in beliebigen Anwendungen aufrufen oder verarbeiten können. Werden wir da je hinkommen? Die Lippenbekenntnisse vieler Hersteller, die in der Vergangenheit Offenheit predigen und Verschlossenheit praktizieren, machen mich da eher skeptisch. Was also bringt SOA wirklich für PLM? Diese Frage möchte ich hier mal in den Raum werfen.

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